Der Beitrag der Psychologie zur Erforschung des Glücklichseins überschneidet sich in manchen Bereichen mit der empirischen und der soziologischen Glücksforschung. Er ist in erster Linie durch die handelnden Personen – Psychologinnen und Psychologen – definiert.

Michael Argyle, geboren 1925, ist einer der ältesten Pioniere der Psychologie des Glücks. Sein „Oxford Happiness Inventory“ (OHI) misst Glücklichsein nicht mit einer einzigen Frage, wie dies bei soziologischen Umfragen häufig vorkommt, sondern mit einem ganzen Fragenkatalog nach dem Vorbild der Neurotizismus-Tests von Eysenck und Maudsley. Noch wichtiger als seine Erkenntnisse ist ein Bekenntnis: „The research on happiness has not been theory driven“ (Die Forschung über das Glück wurde nicht von Theorien angetrieben). Wohl stellt er Versuche fest, die beobachteten Gleichzeitigkeiten mit Erklärungen zu unterlegen, aber eine einheitliche Theorie des Glücklichseins fehlt in der Psychologie. Das bedeutet, dass auch die Psychologie sich in erster Linie darauf beschränkt hat, das Glück als Erscheinung zu beobachten, ohne Theorien über seine Ursachen zu entwickeln und diese in der Folge experimentell zu überprüfen, wie dies zum Beispiel in der Naturwissenschaft zum Standard der Vorgangsweisen gehört.

Eine Sternstunde der Glücksforschung war der Neujahrstag 1998. Damals übernahm Martin E. P. Seligman, Professor an der Universität Pennsylvania, für ein Jahr die Präsidentschaft der American Psychological Association (A.P.A.), der größten Psychologenvereinigung der Welt. In dieser Vereinigung ist es üblich, dass jeder Präsident ein Thema für sein Präsidentenjahr wählt. Schon an diesem ersten Tag seiner Amtszeit, eben am 1. Januar 1998, lud Seligman zwei Kollegen nach Akumal, Mexiko, um ihnen sein Thema vorzustellen: Die Psychologie sollte nicht mehr darauf beschränkt sein, Menschen von Leiden zu befreien, sie gleichsam „von minus 5 auf null“ zu bringen, sondern erstmals auch gesunde Menschen sinnvoll glücklich zu machen, also „von null auf +5“ zu heben. Eingeladen waren Ray Fowler, Geschäftsführer der A.P.A., und Mihaly Csikszentmihalyi, der unter dem Kunstnamen „Flow“ psychologische Glücksforschung zu einer Zeit betrieben hatte, als sie in den Kreisen der Psychologen der USA noch verpönt war.

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GLÜCKSINSTITUT BERLIN