Die wohl älteste Befassung mit der Frage des menschlichen Glücklichseins stammt aus der Philosophie. Hier finden wir auch – zum Unterschied von Soziologie und Psychologie – Theorien.

Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) verdanken wir die älteste überlieferte Definition des Glücklichseins: Glück sei das, was der Mensch um seiner selbst willen anstrebt, und nicht um etwas anderes damit zu erreichen (Die Nikomachische Ethik, übersetzt von Olof Gigon, Artemis Verlag, Zürich 1967). Allerdings lässt er uns im Dunklen darüber, wie man dieses Glück erreichen kann, und meint eher, es sei eine Folge tugendsamen Lebens als etwas, das man bewusst anstreben solle.

Epikur (341 – 270 v. Chr.) definierte Glück im Gegensatz zu Aristoteles nicht positiv, sondern negativ als Abwesenheit von Schmerz und Bedürfnissen. Diese Philosophie liegt noch heute der Medizin zugrunde, die davon ausgeht, es genüge, Menschen zu heilen, um sie glücklich zu machen. Auch die Psychologie folgte bis Seligman dieser Ansicht. Daher verweigerten – und verweigern noch heute - viele PsychologInnen die Beschäftigung mit dem Glück.

Seneca (1 – 65 n. Chr.) und die Stoiker sind in ihrem Glücksbegriff jenem des Epikur ähnlich: Glück sei natürlich und werde lediglich durch Einflüsse von außen gestört. Abhilfe versprechen sich die Stoiker von bewusst gepflegter Unempfindlichkeit gegenüber Einflüssen, sprichwörtlich geworden als „stoische Ruhe“.

Aurelius Augustinus (354 – 430 n. Chr.) definiert, Glück sei, das zu bekommen, was man sich wünscht [6]. Diese philosophische Definition liegt jenen Umfragen der soziologischen Glücksforschung zugrunde, die nach „Zufriedenheit“ forschen.

Wilhelm Schmid (* 1953) gilt als der wichtigste Glücks-Philosoph der deutschen Gegenwart (Horx, Trend-Report 2007, Seite 73). Er betont, dass er mit Glück eigentlich nichts zu tun haben wolle, aber von seinen Beratungs-Klienten immer wieder danach gefragt werde und daher über dieses Thema schreibe: „Viele Menschen sind plötzlich so verrückt nach Glück …“.

Diese Aufzählung könnte beliebig erweitert werden. Unter den philosophischen Autoren kann man zum Beispiel Balthasar Gratian ("Handorakel"), Arthur Schopenhauer ("Aphorismen zur Lebensweisheit"), Friedrich Nietzsche („Also sprach Zarathustra“) und Gertrud Höhler ("Das Glück") anführen. Sie und viele andere Philosophen haben sich in der einen oder anderen Form mit dem Thema „Glück“ beschäftigt.

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