Glückssymbol und Zauberkraft

Seit Schmiede im 12. Jahrhundert mit Feuer und Hammer das Eisen gefügig machten, wurden dem Wundermetall im Volksglauben Zauberkräfte nachgesagt. Es mache unverwundbar, schütze gegen böse Geister und könne Naturkatastrophen abwehren. Hufeisen wurden mit der Öffnung nach unten über Türen, Eingängen, Kamin usw. angebracht, weil man glaubte, weder der Teufel noch böse Geister könnten unter einem Bogen von Eisen durchgehen. In ländlichen Gegenden galt es auch als Glück, wenn man ein Gewitter unbeschadet überstanden hatte. So wurde das Hufeisen „schützend über das Haus“ mit der Öffnung nach unten aufgehängt, um einen Blitzeinschlag abzuhalten.

Während des mittelalterlichen Höhepunkts des Hexenwahns glaubte man, dass „Hexen“ deshalb auf einem Besen durch die Lüfte schwebten, weil sie sich vor Pferden fürchteten. Jede Erinnerung an ein Pferd würde daher „Hexen“ ebenso wirksam abhalten wie Knoblauch einen Vampir. Zur Verhinderung der Auferstehung brachte man daher auf dem Sargdeckel hingerichteter Hexen ein Hufeisen an.

Ein gefundenes Hufeisen galt neuzeitlich als Glücksbringer, wenn es mit der Öffnung nach oben aufgehängt wird (sonst fällt das Glück heraus). Das Hufeisen bekam seine Bedeutung als Glückssymbol durch den früheren Transport von Liebesbriefen mit Postkutschen und berittenen Kurieren.

So findet man über manchen Türen zwei Eisen, eines mit der Öffnung nach unten, eines mit der Öffnung nach oben.

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